Kontakt | Impressum

FACTORING
  1. A
    Arten des Factoring
    a) echtes Factoring: beim echten Factoring trägt die Bank das Risiko, dass der Schuldner zahlt (Delkredererisiko). Der Forderungsabtretung liegt ein Kauf zugrunde. Der Unternehmer (= Verkäufer) haftet der Bank als Käuferin nur für den rechtlichen Bestand, nicht für die Durchsetzbarkeit der Forderung.
    b) unechtes Factoring: beim unechten Factoring trägt der Unternehmer das Risiko, dass der Schuldner nicht zahlt; die Bank greift also bei Nichtzahlung auf den Unternehmer zurück. Indem die Bank dem Unternehmer zunächst den Gegenwert der abgetretenen Forderung gutschreibt, gewährt sie insoweit dem Unternehmer Kredit.

    Asset Backed Securities (ABS)
    Bei der Finanzierung durch Asset Backed Securities (ABS) werden Forderungen an eine Forderungsgesellschaft verkauft, die durch Ausgabe von Wertpapieren die angekauften Forderungen refinanziert.

    Asset Backed Finanzierung
    Mit dieser Finanzierungsmethode kann man sowohl die Liquiditätsversorgung als auch die Sicherung der Außenstände gegen Zahlungsausfall erreichen. Grundlage für diese Art der Finanzierung ist der Verkauf von Forderungen aus Außenständen eines Unternehmens.

    Ausfallrisiko
    Das Risiko des teilweisen oder vollständigen Forderungsverlustes wegen der Zahlungsunfähigkeit eines Abnehmers (Debitors). Der Factor übernimmt das Ausfallrisiko bis zu hundert Prozent regresslos.

    Außenstände
    Betriebswirtschaftlich gesehen totes Kapital, das sich mit Hilfe von Factoring problemlos aktivieren lässt; unbezahlte Rechnungen, die die Liquidität belasten.

 
 
 
 
  1. B
    Basel II

    Als „Basel II" bezeichnet man ein zweites Konsultationspapier, das der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht im Januar 2001 vorgelegt hat. Dieser Ausschuss setzt sich aus Vertretern der Bankenaufsichtsbehörden der führenden Industrieländer (Zehnergruppe) zusammen. Das Konsultationspapier enthält Empfehlungen für die Neuordnung des Banken Systems in der Welt.

    Bedeutung des Factoring
    Beim Factoring, das aus den USA stammt, überträgt der Unternehmer alle seine Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen gegen seine Kunden auf den Factor. Dieser - meist eine Bank - schreibt den Gegenwert der abgetretenen Forderung unter Abzug der Provision dem Unternehmer gut, führt die Debitorenkonten des Unternehmers und zieht die Forderung bei ihrer Fälligkeit (notfalls gerichtlich) ein. Für den Unternehmer hat das den Vorteil, dass er sofort Geld zur Verfügung hat, sich einen Teil der Buchhaltung erspart und sich um die Einziehung der Forderung nicht zu kümmern braucht. Der Factor hat Anspruch auf das vereinbarte Entgelt (Factoring-Gebühr).

    Beteiligungskapital
    Eigenkapital oder eigenkapitalähnliche Mittel, die von Beteiligungsgesellschaften in nicht börsenorientierte Unternehmen investiert werden.

    Bonität
    Kreditwürdigkeit von Geschäftspartnern; die laufende Bonitätsprüfung der Debitoren gehört zum Service des Factors. Sie ist mitentscheidend für die Höhe des Factoringentgeldes.

    Branchen
    Industrie-, Großhandels- und Dienstleistungsunternehmen aus mehr als 30 Branchen nutzen die Vorteile des Factoring. Zu den Factorkunden gehören zunehmend auch Unternehmen, die überwiegend Auslandsgeschäfte betreiben.

    Bulk-Factoring
    Auch Inhouse-Factoring oder Eigenservice-Factoring genannt: Der Factoringkunde nutzt die Finanzierung und Risikoabsicherung durch den Factor, verzichtet aber auf weitergehende Dienstleistungen. Er führt die Debitorenbuchhaltung - treuhänderisch für den Factor - selbst durch.

 
 
 
 
  1. D
    Deutscher Factoring-Verband e.V.

    Wirtschaftsverband zur Förderung der geschäftlichen Interessen der führenden Factoringinstitute in Deutschland.

    Debitorenbuchhaltung
    Kundenbuchhaltung: Überwachung und Buchung der Zahlungseingänge, wird im Rahmen des Factoringvertrages vom Factor übernommen.

    Debitorenmanagement
    Dazu gehören Debitorenbuchhaltung, regelmäßige Bonitätsprüfung, Mahnwesen und Inkasso. Für das Unternehmen ist das Debitorenmanagement häufig mit erheblichem Zeit- und Personalaufwand verbunden; die Übernahme des Debitorenmanagements gehört zum Serviceangebot des Factors.

    Delkredere
    Haftung des Factors für teilweisen oder vollständigen Forderungsverlust durch Zahlungsunfähigkeit eines Abnehmers. Die Zahlungsunfähigkeit gilt nach einer festgelegten Frist ohne besonderen Nachweis als eingetreten, wenn der Abnehmer nicht gezahlt und keine Einwände gegen seine Zahlungspflicht erhoben hatte.

 
 
 
 
  1. E
    Eigenkapitalquote
    Kennzahl aus der Bilanzanalyse, bei der das Eigenkapital zum Gesamtkapital in Beziehung gesetzt wird.

    Export-, Importfactoring
    Factoring für grenzüberschreitende Waren- und Dienstleistungsgeschäfte, bei denen Unternehmen (Exporteure, Importeure) die Leistungen eines Factors in Deutschland in Anspruch nehmen. Die Factoringanbieter wickeln Factoring entweder direkt oder unter Einschaltung eines Korrespondenzpartners in den jeweiligen Exportländern ab.

 
 
 
 
  1. F
    Factoringentgelt
    Preis für die Übernahme des Ausfallrisikos und des Debitorenmanagements durch den Factor. Er richtet sich nach Risiko und Arbeitsaufwand und liegt in Deutschland zwischen 0,4 % bis 2,5 % vom angekauften Forderungsbestand (Bruttoumsatz).

    Factoringinstitut (Factor)
    Anbieter der komplexen Finanzdienstleistung Factoring, zu der neben kurzfristiger Umsatzfinanzierung auch hundertprozentige Absicherung vor Forderungsausfällen und Übernahme des Debitorenmanagements gehören. Die in Deutschland tätigen Factoringinstitute bieten ihren Kunden neben dem Standartfactoring, auch Full-Service-Factoring genannt, vielfältige Factoringvarianten an, die sich nach dem Bedarf der Kunden richten.

    Fälligkeitsfactoring
    Factoringvariante, bei der der Factoringkunde die Vorteile der vollständigen Risikoabsicherung und der Entlastung beim Debitorenmanagement nutzt, aber auf die sofortige Regulierung des Kaufpreises verzichtet.

    Forfaitierung
    Mit Forfaitierung bezeichnet man eine Form der Exportfinanzierung, bei der ein Finanzinstitut (Forfaifeur) mittel - bis längerfristige Exportforderungen ankauft. Der Forfaitierung liegen abstrakte Zahlungsforderungen, z.B. Wechsel- oder Buchforderungen, zugrunde.

    Full-Service-Factoring
    Das Verfahren - auch Standardfactoring genannt - umfaßt neben der umsatzkongruenten Finanzierung auch eine hundertprozentige Risikoabsicherung und eine Entlastung beim Debitorenmanagement.

 
 
 
 
  1. G
    Geldforderungen
    Außenstände aus Warenlieferungen und Dienstleistungen; ohne die Nutzung von Factoring sind sie für den Lieferanten bis zur endgültigen Bezahlung mit einem Ausfallrisiko verbunden. Durch Verkauf seiner Geldforderung an den Factor erhält der Lieferant sofort Liquidität.

    Gemeinsamer europäischer Markt
    Durch den gemeinsamen Europäischen Markt hat sich seit 1993 der
    Wettbewerb, vor allem für mittelständische Unternehmen, verschärft, ihnen gleichzeitig aber neue Marktchancen eröffnet. Factoring bietet den Unternehmen den Vorteil, den Kunden die im Ausland üblichen längeren
    Zahlungsziele einräumen zu können und sich gegen hohe Ausfallrisiken
    abzusichern.

 
 
 
 
  1. I
    Internationales Factoring

    Factoring für grenzüberschreitende Waren und Dienstleistungsgeschäfte, wird je nach Sitz des Factorkunden als Export- oder Importfactoring bezeichnet. Das Factoringgeschäft wird entweder auf direktem Wege oder unter Einschaltung eines Korrespondenzpartners in den jeweiligen Ländern abgewickelt.

    Insolvenz
    Dauernde Unfähigkeit, fällige finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen.

    Internationale Kooperation
    Factoringinstitute wickeln internationales Factoring häufig in Zusammenarbeit mit Korrespondenzpartnern in den jeweiligen Ländern ab. Weltweit operieren drei internationale Factoringkooperationen: Factors Chain International (FCI), International Factors Group (IFG) und Heller Group.

 
 
 
 
  1. K
    Kosten des Factoring
    Die Kosten des Factoring setzen sich aus den Zinsen für die Finanzierung der Forderungen und dem Factoringentgelt zusammen. Die Zinsen entsprechen den banküblichen Kontokorrentzinsen, die Laufzeit wird anhand des Zahlungseingangs der ausstehenden Forderung berechnet. Fallweise kann für die Bonitätsprüfung ein weiterer Kostenfaktor hinzukommen.

    Kunden des Factors
    Vorwiegend mittelständische Unternehmen aus mehr als 30 Branchen mit Umsatzwachstum und gewerblichen Abnehmern; es kann sich dabei um Hersteller, Großhändler oder Dienstleister handeln.

 
 
 
 
  1. L
    Liquidität

    Wird vom Factor bereitgestellt; betriebswirtschaftliche Grundbedingung für soliden geschäftlichen Erfolg, häufig durch hohe Außenstände gefährdet.

 
 
 
 
  1. M
    Mahnwesen

    Teil des Debitorenmanagements, das bei den meisten Factoringvarianten auf den Factor übertragen wird.

    Mezzanine-Finanzierung
    Es handelt sich um eine Mischform der Finanzierung aus voll haftenden Eigenmitteln und Fremdfinanzierung durch ein Darlehen, das in der Regel, erstrangig dinglich gesichert ist.

 
 
 
 
  1. N
    Nutzen des Factoring
    Verbesserte Liquidität durch Abbau der Außenstände, Einsparungen beim Einkauf durch Skonti und Rabatte, bis zu hundertprozentige Sicherheit vor Zahlungsausfällen, Kostenersparnis für das Debitorenmanagement, laufende Bonitätskontrolle der Debitoren, Wegfall der Kosten für eine Kreditversicherung, zusätzliche Verbesserung des Standings bei Banken und Lieferanten.

 
 
 
 
  1. O
    Offenes Factoring
    In Deutschland vorherrschende Form des Factoring, bei der die Debitoren über die künftige Zusammenarbeit mit dem Factor informiert werden.

    Online-Factoring
    Abwicklung des Factoringverfahrens unter Verwendung moderner Datenübertragungstechnik.

    Ottawa-Konvention
    Ende 1998 ist die Ottawa-Konvention über internationales Factoring in
    Deutschland in Kraft getreten. Sie geht mit ihrem Regelungsinhalt weit
    über das Factoringgeschäft hinaus, da sie die Abtretung von Forderungen im grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungsverkehr generell
    vereinheitlicht, vereinfacht und dadurch die Finanzierung des Exports
    erleichtert.

    Outsourcing
    Auslagerung einzelner Betriebsfunktionen, Rationalisierungseffekt, Inanspruchnahme spezialisierter Dienstleister; Factoring ermöglicht das Outsourcing des kosten- und personalintensiven Debitorenmanagements.

 
 
 
 
  1. P
    Private Equity
    Es handelt sich um Beteiligungskapital, das durch Unternehmensbeteiligungsgesellschaften als eine Form der Übergangsfinanzierung zur Verfügung gestellt wird.

 
 
 
 
  1. R
    Rabatte
    Bringen Kostenersparnis beim Einkauf, lassen sich in der Regel durch Barzahlung erzielen. Vorteilhafte Einkaufskonditionen sind ohne ausreichende Liquidität kaum möglich.

    Reverse-Factoring (Folie)
    Vorteil für Zulieferer:
    - erhält wöchentliche Zahlung / quick cashflow
    - erhält 100 % Ausfallabsicherung
    - kann in neue Produkte/verbesserte Qualität investieren
    - schnelle und sichere Expansion
    Vorteil für Großdebitor
    - Kundenbindung
    - Qualitätssicherheit
    Vorteil für den Factor:
    - geringes Risiko

 
 
 
 
  1. S
    Splitt-Factoring
    Der Kunde arbeitet mit mehreren Factoringinstituten zusammen.

    Stilles Factoring
    Beim stillen Factoringverfahren wird die Forderungsabtretung dem Debitor gegenüber nicht offengelegt. In Deutschland wird überwiegend die offene Abtretung praktiziert.

 
 
 
 

© GfK Gesellschaft für Kreditversicherungsservice mbH 2011